Die Venus von Willendorf, ihre Zeit und die Geschichte(n) um ihre Auffindung
So unterschiedlich wie die Schar derer, denen das 100. Jubiläum der Auffindung der Venus von Willendorf denkwürdig erscheint, so unterschiedlich dürften die Erwartungen sein, die an das Buch über die Venus von Willendorf geknüpft werden. Was also will dieses Buch? Es will ein lebendiges Bild der Zeit der Venus von Willendorf zeichnen. Es handelt von dem, was wir über diese Figur heute wissen. Neben der Geschichte und den Legenden um ihre Auffindung sind die vielfältigen Deutungsansätze zur Lösung des Rätsels „Venus“ zentrales Thema des Buches.
Die Venus von Willendorf ist ein vollendetes Meisterwerk altsteinzeitlicher Plastik. Die Forscher Josef Szombathy, Josef Bayer und Hugo Obermaier, die sie am 7. August 1908 in Willendorf gefunden haben, waren sich der Besonderheit ihrer Entdeckung sogleich bewusst. Persönliche Eitelkeiten, tiefe Zerwürfnisse und Legenden sind untrennbar mit diesem herausragenden Fund verbunden und bis heute Teil des Rätsels „Venus von Willendorf“. Wer waren die Menschen, die Werke wie die Venus von Willendorf geschaffen haben? Wie haben sie gelebt? Heute ist sie für viele Urmutter oder gar Göttin und ein Indiz für das Matriarchat in altsteinzeitlichen Gesellschaften. Was aber bedeutete sie dem Menschen, der sie aus einem Stück Kalkstein geschnitzt hat wirklich? War sie ein Bild starker Frauen oder ein Ausdruck männlicher Wünsche und Vorstellungen? Die Auseinandersetzung mit den Venusfiguren fasziniert, weil in ihnen die Gedanken längst vergangener Zeiten fühlbar nahe werden und wir dabei aber ständig mit den Grenzen des wissenschaftlich Erforschbaren konfrontiert sind.
Autorin: Univ. Lektor Dr. Walpurga Antl
Studium der Ur- und Frühgeschichte, Geschichte und Französisch an der Universität Wien
Die Autorin ist Kuratorin der alt- und jungsteinzeitlichen Sammlung der Prähistorischen Abteilung am Naturhistorischen Museum in Wien und leitet seit 1993 die Ausgrabungen eines Lagerplatzes späteiszeitlicher Jäger am Kranawetberg in Grub bei Stillfried.
Layout: Brigitte Kimbacher
Druck: Agens-Ketterl, Mauerbach bei Wien
Verlag: Verlag des Naturhistorischen Museums Wien
Eine Veröffentlichung der Prähistorischen Abteilung (VPA) 1
ISBN 978-3-902 421-25-8
208 Seiten, 190 x 270 mm
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